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Lean Startup – Neue Geschäftsideen mit weniger Risiko

Sebastian Schieke
31. Januar 2019

Die Jahrzehntelange traditionelle Methode zur Beurteilung einer Geschäftsidee beinhaltete das Verstehen des neuen Produktes, das Einschätzen der Produktionskosten und der Nachfrage, die Entwicklung und schließlich die Produktvorstellung am Markt. Das Startup-Team musste während dieses Prozesses gewöhnlich eine Präsentation vor potentiellen Investoren geben. Venture Capital Firmen haben Hochrechnungen der Kosten und Verkaufszahlen für die nächsten fünf Jahre durchgeführt und dann entschieden, ob die Idee eine Finanzierung wert war. Vom Beginn des Projektes bis zur Marktvorstellung vergingen oftmals viele Monate oder sogar Jahre. 

Dieser traditionelle Prozess befindet sich jedoch schon seit einiger Zeit im Umbruch. So stellt die Methode des Lean Startup eine Revolution dieser Prozedur dar.

In seinem einflussreichen, in der Harvard Business Review veröffentlichten Artikel zeigt Multiunternehmer und Stanford University Professor Steve Blank auf, dass mittels Lean Startup Techniken an einem Freitagabend gegründete Unternehmen, "...am Sonntag Nachmittag schon echte Umsätze erzielen können".

Was genau ist Lean Startup?

Diese Bezeichnung ist eigentlich ein Unwort, da sie nicht nur auf Startups zutrifft. Viele erfolgreiche und gut etablierte Unternehmen, die es schon seit Jahrzehnten gibt, nutzen den Lean Prozess zur Vorstellung neuer Produkte bei ihren Kunden und Märkten.

Zum genaueren Verständnis, um was es bei Lean Startup geht, muss man sich die Kernprinzipien ansehen:

  1. Geschäftspläne und Hochrechnungen, welche Verkaufs- und Umsatzzahlen über Jahre voraus abschätzen, sind selten korrekt. Neue Produkte sollten unter Einbeziehung des Zielkunden entwickelt werden. Die Bedeutung des Kundenfeedback kann man kaum überschätzen. Es ist sinnlos, hinter Schloss und Riegel ein Produkt zu entwickeln, dass niemand braucht.

  2. Endkunden sollten in alle Phasen der Produktentwicklung mit eingebunden werden. Tatsächlich sollten neue Produkte auf die Bedürfnisse des Endkunden hin entwickelt werden.

  3. Diese Kundenkontakte sollten zu "Iterationen" (kleinen Anpassungen) oder "Drehpunkten" (grundlegenden Änderungen) im Produkt führen. Firmen sollten nicht davor zurückschrecken, Produktfunktionen oder sogar die ganze Strategie gemäß der erhaltenen Kundenrückmeldungen anzupassen.

  4. Produkte sollten schon während der Entwicklung getestet werden. Ein Unternehmen sollte sich nicht an Perfektion die Zähne ausbeißen; stattdessen sollte das Produkt so schnell wie möglich am Markt eingeführt werden, damit man die Kundennachfrage messen kann.

Wie das Lean Startup funktioniert

Um zu verstehen wie die Lean Startup Idee funktioniert, schaut man sich am Besten ein Beispiel an: Blue River Technology war ursprünglich als Unternehmen konzipiert, welches vollautomatische Rasenmäher-Roboter für gewerbliche Kunden herstellt. Unter Einbeziehung von Lean Startup Techniken, hat das Team dabei in den ersten Wochen mit 100+ potentiellen Kunden gesprochen. Es ist dabei schnell klar geworden, dass Golfplätze – die ursprünglich als Hauptkunden geplant waren – schlicht und einfach kein Interesse gezeigt haben.

Die Zusammenarbeit mit den Kunden hat aber das Team davon überzeugt, dass deren Bedürfnisse eigentlich ganz woanders angesiedelt waren – was sie brauchten, war eine Maschine, welche vollautomatisch und ohne Einsatz von Chemikalien Unkraut beseitigen konnte. Die Kursänderung der Firma von Rasenmähern weg war ein voller Erfolg.

Die neue Tagline von Blue River Technology? “Equipping every farmer to understand and manage every plant.”

Lean Startup und die Digitalisierung

In der gut vernetzten Welt von heute ist es möglich, unmittelbares und fortlaufendes Feedback vom Kunden zu erhalten. Die Verwendung sozialer Netzwerke erlaubt es Unternehmen sogar, sich direkt mit Kunden zu verbinden, und dabei den zum Sammeln von Produktfeedback nötigen Zeitrahmen stark zu verkürzen.

Digitale Methoden können eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von vom Endkunden gewünschten Produkten spielen. Lean Startup Prozesse können Informationstechnologien zum Sammeln und Auswerten von Daten nutzen. Diese Informationen können dann dazu eingesetzt werden, Änderungen an Produkten durchzuführen, oder auch um die Geschäftsleitung oder den Unternehmer darauf aufmerksam zu machen, dass sie sich auf dem falschen Weg befinden.

Die Kombination von Lean Methoden und digitalen Techniken wird es Firmen also ermöglichen, schneller auf die Bedürfnisse des Kunden einzugehen. Denn die Methodik des Lean Startups verlangt, dass Firmen im ständigen Kontakt mit Kunden bleiben, damit neu entwickelte Produkte mit den Bedürfnissen des Marktes im Einklang stehen. Organisationen, welche diese Methodik nutzen, verbessern damit ihre Erfolgschancen. Ein Marktbedürfnis abzudecken ist wichtiger, als sich um einen mehrere Monate oder Jahre alten Geschäftsplan zu sorgen.

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