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Digitalisierung im Personalmanagement hinkt hinterher

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Die Digitalisierung ist ein Megatrend, der sich nicht aufhalten lässt und alle Bereiche des täglichen und beruflichen Lebens sukzessive durchzieht: die digitale Transformation von Human Resources Prozessen ist allerdings noch auf dem Weg. Die aktuelle Indeed Bewerbungsstudie 2016 zeigt klar auf, dass die Vorstellungen von Bewerbern weit von denen der Personalmanager abweichen - hier gibt es einen enormen Aufholbedarf.

Studie der Jobseite Indeed zeigt Missverhältnis auf

Im Rahmen der aktuellen Studie wurden über 1.000 Bewerber und mehr als 500 Entscheider aus dem Bereich Human Resources zur aktuellen Situation, den jeweiligen Erwartungen und den gelebten Bewerbungsprozessen befragt. Die Ergebnisse könnten die zwei Seiten der Medaille nicht eindrücklicher darstellen, offenbar leben Bewerber und HR-Entscheider in zwei verschiedenen Realitäten. Allein die Tatsache, dass rund 42 Prozent der Jobsuchenden einen Bewerbungsprozess vorzeitig abgebrochen haben, weil dieser schlichtweg zu kompliziert war, und 22 Prozent sich zu wenig wertgeschätzt fühlten, sollte die HR-Abteilungen aufmerken lassen: Welche Ressourcen sind hier bereits verschwendet worden?

Die präferierten Bewerbungswege – Bewerber sind technikaffiner

Die E-Mail ist eindeutig der Spitzenreiter bei den Bewerbern, 65 Prozent der Befragten gaben diesen Kommunikationskanal als bevorzugten an - die Unternehmen schlossen sich dieser Meinung nur zu 55 Prozent an. An zweiter Stelle bei den Bewerbern rangierten die Bewerbungsfunktionen der Jobseiten mit 63 Prozent - die HR-Entscheider hielten sich hier mit 37 Prozent deutlich zurück, die Digitalisierung von Human Resources Abteilungen hinkt hier hinterher. Erstaunlicherweise rangiert die Papier-Bewerbung mit 53 Prozent auf dem dritten Rang der Bewerber - auch die Unternehmen scheinen damit gut zurechtzukommen, 48 Prozent bestätigten diese Wahl. Bei den eigenen Karriereseiten der Unternehmen sind sich beide Seite weitgehend einig: Bewerber wählen diese Variante zu 43 und die HR-Manager zu 40 Prozent. Weniger interessant sind demnach die Social Media und die mobile Bewerbung, wobei die Bewerber hier deutlich stärker vertreten waren.

Eine Frage der Dokumente: Bewerber vs. Unternehmen

Auch bei den Dokumenten, die zu den wesentlichen Bestandteilen einer Bewerbung gerechnet werden, gehen die Meinungen weit auseinander: Der Lebenslauf zählt für 94 Prozent der HR-Entscheider unbedingt dazu - nur 82 Prozent der Bewerber sehen das auch so. Beim Thema Bewerbungsanschreiben scheiden sich die Geister: 87 Prozent der Personaler legen Wert darauf, die Bewerber können das nur zu 66 Prozent nachvollziehen. Ebenso verhält es sich beim Bewerbungsfoto, hier stehen 78 Prozent HR den 50 Prozent der Bewerber gegenüber, Zeugnisse der letzten Arbeitsstelle empfinden 82 Prozent der Personaler und nur 65 Prozent der Bewerber wichtig. Das Verhältnis verkehrt sich, wenn es um zusätzliche erworbene Zertifikate geht: Für 61 Prozent der Bewerber sollten diese dabei sein, nur 51 Prozent der HR-Entscheider scheinen dies ebenso zu sehen.

Digitalisierung im Personalmanagement - stringente Prozesse schaffen

Ein weiteres Indiz, dass Personaler eine ganz andere Vorstellung vom Bewerbungsprozess haben, zeigt sich in der Annahme von 51 Prozent, dass ein Bewerber weniger als 30 Minuten Zeit aufbringen müsse. Die Bewerber geben aber zu 31 Prozent an, mehr als 60 Minuten zu benötigen und sich mit einer 66-prozentigen Wahrscheinlichkeit einer mobilen Bewerbungsplattform bedienen zu wollen - für 74 Prozent der Unternehmen ist das kein Thema. Hier driften die Trends weit auseinander, die Digitalisierung der Unternehmensbereiche kann mit der technikaffinen jungen Generation nicht Schritt halten. Die Erfahrung von 38 Prozent der Bewerber, keine Statusinformation zur laufenden Bewerbung zu erhalten, kommt nicht gut an - und widerspricht der Aussage von 60 Prozent der Unternehmen, regelmäßig Updates zu geben. Hier könnte die Digitalisierung die Unternehmensbereiche deutlich voran bringen, sollte sie denn konsequent umgesetzt werden. Dass die kleine Statusmeldung große Wirkung haben kann, zeigten 22 Prozent der Bewerber: Sie haben wegen fehlender Wertschätzung den gesamten Prozess abgebrochen.

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